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Gespeichert von d.haller am

 

Es gibt viele Geschichten über neue Marktteilnehmer im Frachtsegeln, die die Kunden bestehender Unternehmen anrufen und versuchen, sie für sich zu gewinnen. Grössere Schiffe können niedrigere Preise anbieten. In einigen Fällen wird der Transport unter Segeln auch mit sehr engen Zeitplänen angeboten, was einen Hybridbetrieb (kombinierter Einsatz von Segeln und Maschine) oder bei Flaute den reinen Motorbetrieb erfordert. In der Vermarktung gegenüber Frachtkunden wird das Ganze dann als „Segeltransport“ dargestellt. Das Alleinstellungsmerkmal kleiner und ökologisch konsequenterer Schiffe wird verwässert oder geht ganz verloren.

Der Ansatz, mit Hilfe von Segeln grössere Schiffe für den Transport von mehr Fracht einzusetzen, um die Treibhausgasemissionen zu minimieren, ist aus Sicht des Klimas legitim und wünschenswert. Allerdings sind Regeln erforderlich. Diese könnten in einer übergreifenden Organisation vereinbart werden, z. B.

  • Zusammenarbeit ist wichtiger als Wettbewerb
  • Dementsprechend ist es verboten, sich gegenseitig aktiv Kunden abzuwerben
  • Die verschiedenen Konzepte, Vor- und Nachteile werden auf einer gemeinsamen Website vorgestellt.
  • Der höchstzulässige Anteil an fossilen Brennstoffen für den Antrieb wird festgelegt und entsprechende Informationsvorschriften definiert. (Es ist schön, hohe CO2-Einsparungs-Prozentsätze anzugeben. Transparenter wäre es jedoch, die Menge und Qualität des pro Tonne Seemeile verbrannten Treibstoffs für jede Reise anzugeben. Dies würde unter anderem den Frachtkunden die Unterschiede zwischen den Konzepten deutlicher machen).
  • Andere Aktivitäten darstellen: Es ist zum Beispiel eine Sache, eine mit modernen Geräten ausgestattete Takelage praktisch von der Brücke aus mit einer kleinen Besatzung zu betreiben und allen Gästen an Bord touristischen Luxus zu bieten. Es ist eine andere Sache, das Schiff mit Auszubildenden zu betreiben, Seemannschaft zu lehren und ökologische Bildung anzubieten, die der Ozean dringend benötigt.
  • Es ist notwendig, die Art der transportierten Güter zu diskutieren. Wenn in naher Zukunft RoRo-Schiffe Autos unter Segeln transportieren, werden durch den motorisierten Privatverkehr die planetarischen Grenzen weiterhin überschritten. Solange Segel nur eine weitere Antriebstechnologie sind und keine weiteren Veränderungen initiiert werden, dienen sie dem Greenwashing. Es gibt keine technischen Lösungen für falsche Strukturen. Alternative Technologien müssen dazu beitragen, auch die Strukturen zu verändern.

Die Mitgliedschaft in einer oben skizzierten Dachorganisation für Frachtsegelschiffe könnte ein Qualitätssiegel sein. Es würde wahrscheinlich einige kontroverse Diskussionen zwischen traditionellen Unternehmen und Unternehmen des Low-Cost-Frachtsegelns als Form der grünen Logistik geben.

Doch ist eine offene Diskussion besser, als hinter den Kulissen Kunden abzuwerben.

Fair Winds! (und faire Regeln!)

Daniel

 

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