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Gespeichert von d.haller am

 

Die Butter ist hart. Auch ohne dass die Tres Hombres einen Kühlschrank hätte. Das liegt nicht daran, dass belgische Butter prinzipiell härter wäre als schweizerische. Vielmehr hat sich wohl polare Kaltluft in den Hafen von Blankenberge verirrt. Derzeit ist schlecht vorstellbar, dass die zehnstöckigen Bettenburgen, die den Strand säumen, im Sommer ein attraktives Feriendomizil bieten sollen.

Dienstag Morgen im Hafen von Blankenberge. Am Samstag bin ich hier angekommen, bis Sonntag Nachmittag lief das Hafenfest. Sonntag Abend trafen die neuen Trainees ein. Erst am Donnerstag will Kapitän Arthur ablegen. Dann stimmt die Windrichtung und wohl auch die Stärke. Im Ärmelkanal steht der Wind auf West, er kommt von da, wo wir hin müssen. An sich ist es möglich, gegen den Wind anzukreuzen. Schliesslich haben wir 2020 fast den halben Atlantik gegen den Ostwind überquert, als wir aus der Karibik zurück kamen. Doch auch da ankerten wir in der Bucht von Douarnenez, um für den Ärmelkanal auf günstigeren Wind zu warten: Da herrscht dichter Verkehr grosser Frachter und Fähren. Also will man mit einem Schiff ohne Motor möglichst direkt hindurch. Zudem ist der Frachtraum derzeit leer. Dann bremsen die Wellen, die der steife Wind aufwirft, das Schiff so weit, dass wir wenig Höhe laufen würden, also wenig Strecke gegen den Wind zurücklegen würden.

Die neuen Trainees üben derzeit das Setzen und Bergen der Segel. Da prasselt in kurzer Zeit eine Menge Information auf sie ein. Gestern beim Klettertraining haben zwei gepasst. Wer nicht will, muss nicht in den Mast. Wir sind kein Schulschiff, auf mit der Stoppuhr kontrolliert wird, wie schnell jemand aufentert. Hier sollen Menschen neue Erfahrungen machen – über die See, über das Handwerk, und – das ist jedem und jeder überlassen – über sich selbst. Da mache ich eben eine Erfahrung mit mir selbst, mit meiner Ungeduld, endlich den schwankenden Rumpf unter und die Segel über mir zu fühlen.

Dienstag Nachmittag: Beim Mittagessen hat’s mir schier die Salatblätter vom Teller geweht. Horizontalregen. Das ist das Wetter, dessen «Genuss» Arthur uns ersparen will. Ist man schon auf See, lässt sich das abwettern. Seekrankheit inklusive. Doch ist man noch im Hafen, verschiebt man lieber die Abfahrt. Trotz Ungeduld. Arbeiten am Unterhalt des Schiffs verkürzen die Wartezeit. Und da man sieht am Schluss, was man gemacht hat: zufrieden.


 

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Bordleben

Am Mittwoch endlich Sonne!

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