Um den Beitrag der Segelbranche in eine nachhaltige Zukunft zu messen, haben wir sie in Bezug auf die UN-Ziele der nachhaltigen Entwicklung analysiert. Diese 17 Ziele wurden 2015 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen festgelegt und sind bis 2030 zu erreichen. Die Ziele sind „die Blaupause, um eine bessere und nachhaltigere Zukunft für alle zu erreichen“.
Ziel 1 „Keine Armut“
Die Segelfracht nutzt lokale Beschäftigungszentren, kürzere Lieferketten und Produkte, die in einem Gebiet angebaut und hergestellt werden: Sie fördert die lokale Beschäftigung und stärkt die lokalen Gemeinschaften. Die Segelindustrie fördert faire Praktiken. Eine kontinuierliche Expansion kann rentabel sein, da sie Arbeitsplätze und Einkommen für die Zukunft sichert. Dies trägt zur Selbstversorgung der Gemeinschaften bei und macht die Lieferketten widerstandsfähiger gegenüber dem Klimawandel.
Ziel 2 „Kein Hunger“
besagt, dass „der Klimawandel den Druck auf die Ressourcen, von denen wir abhängig sind, noch weiter erhöht“. Segelfracht und -reisen versuchen, Emissionen wo immer möglich zu reduzieren, und Schiffe verursachen während der Fahrt keine Umweltverschmutzung. Auf diese Weise trägt die Segelindustrie zum Kampf gegen die globale Erwärmung und indirekt auch gegen den Hunger bei.
Ziel 3 „Gesundheit und Wohlergehen“
Die konventionelle Schifffahrtsindustrie ist schädlich für die Gesundheit der Menschen, die in Häfen und Küstengebieten leben, da sie große Mengen an Luft- und Wasserverschmutzung verursacht. Kreuzfahrtschiffe sind ebenfalls eine direkte Ursache für die Verschmutzung in Küstenstädten. Segelschiffe verursachen keine hohen Schadstoffemissionen, und das Segeln ist gut für das psychische Wohlbefinden, da die Menschen an Bord in engem Kontakt mit der Natur stehen.
Ziel 4 „Hochwertige Bildung”
Eine Ausweitung der Segelfracht würde den Bildungsnutzen in den Bereichen traditioneller Handwerksberufe wie Holzverarbeitung, Takelage und Seemannschaft erhöhen. Darüber hinaus bieten diese Bildungsvorteile für freiwillige Besatzungsmitglieder, Passagiere, maritime Museen, die an der Anlegung beteiligt sind, und die breite Öffentlichkeit ein enormes Potenzial. Segelschiffe bieten auch Segeltraining an; als praktische Lernerfahrung hat sich das Segeltraining durch praktische Segel- und Seemannschaftsfähigkeiten als vorteilhaft für die Teilnehmer erwiesen.
Ziel 5 „Geschlechtergleichstellung”
Frauen sind in der Schifffahrts- und Reisebranche seit jeher unterrepräsentiert, und obwohl es mittlerweile Ziele gibt, mehr Frauen in Führungspositionen zu beschäftigen, besteht nach wie vor eine Diskrepanz. Auch im Segelsport gibt es eine solche Geschichte, jedoch übernehmen Frauen zunehmend Führungspositionen in der Segelschifffahrt, wo Fähigkeiten und Fertigkeiten im Vordergrund stehen und alle Menschen die gleichen Chancen erhalten.
Ziel 6 Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen
Die konventionelle Schifffahrts- und Reisebranche verschmutzt weiterhin das Wasser durch giftige Chemikalien, Abwässer und Abfälle, was den Küstengemeinden schadet. Segelschiffe verursachen keine derartigen Umweltbelastungen und legen Wert auf umweltfreundliche, schadstofffreie Praktiken.
Ziel 7 „Bezahlbare und saubere Energie”
Ein Containerschiff mit einer Kapazität von etwa 8.000 TEU (TEU = 20-Fuß-Container) verbraucht bei einer Geschwindigkeit von 24 Knoten etwa 225 Tonnen Treibstoff pro Tag. Sie verwenden Schweröl, das schmutzig und stark umweltschädlich ist. Segeln erfordert keinen Treibstoff. Die Schiffe nutzen erschwingliche und saubere Energie: den Wind. Viele dieser Schiffe nutzen auch Solarenergie und Windturbinen, um an Bord Strom zu erzeugen. Bezahlbare, saubere Energie gab den Anstoß für Segelfracht und -reisen und hat einen anhaltenden Nutzen.
Ziel 8 „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum”
Segelfracht und -reisen sind integrative, ethisch orientierte Branchen. Die Organisationsstruktur ist eher breit gefächert als pyramidenförmig. Wie dieser Bericht nahelegt, werden diese Branchen wachsen, und da es sich um arbeitsintensive Branchen handelt, werden auch die Beschäftigungsmöglichkeiten zunehmen.
Ziel 9 „Innovation und Infrastruktur”
Eine florierende Segelfrachtindustrie würde den traditionellen Schiffbau, eine traditionsreiche Branche, ankurbeln und Segelreisen ermöglichen. Die Innovation liegt in der Konstruktion und dem Bau neuer Segelfrachtschiffe. Der Vertrieb von Lebensmitteln und Rohstoffen würde innovativ gestaltet werden, um ethisch orientierte, nachhaltig produzierte und gelieferte Waren zu fördern.
Ziel 10 „Ungleichheiten verringern”
Wie in den Zielen 1 und 8 zu sehen ist, ist die Segelindustrie ethisch motiviert und weitgehend inklusiv. Sie fördert das Wachstum kleiner lokaler Produzenten und Lieferanten im Gegensatz zu großen multinationalen Unternehmenssystemen. Die Segelfracht betont die Notwendigkeit, weniger zu konsumieren und möglichst lokal einzukaufen, wodurch Ungleichheiten verringert werden.
Ziel 11 „Nachhaltige Städte und Gemeinden”
Die Segelindustrie fördert nachhaltigen Transport zu Land und zu Wasser. Die Branche trägt auch zum Schutz des kulturellen und natürlichen Erbes in Gemeinden und Küstenstädten bei.
Ziel 12 „Verantwortungsvoller Konsum”
Da die Umweltkosten nicht berücksichtigt werden, konnten die Reise- und Schifffahrtsbranche extrem günstige Dienstleistungen und Waren anbieten. In den Augen vieler hat dies zu einem nicht nachhaltigen, übermäßigen Konsum von Flügen und Waren geführt. Da die Segelindustrie keine versteckten Kosten für die Umwelt verursacht, spiegelt sie die tatsächlichen Kosten für Transport und Reisen wider. Dies führt zu einem transparenteren Verständnis der Umweltauswirkungen für die Verbraucher.
Ziel 13 „Massnahmen zum Klimaschutz”
Im Gegensatz zur herkömmlichen Schifffahrts- und Reisebranche stehen bei Segelfrachtschiffen Umweltaspekte im Vordergrund der Konzeption und Geschäftstätigkeit. Segelfrachtschiffe fördern eine sauberere, widerstandsfähigere Wirtschaft und betonen die Notwendigkeit, das Bewusstsein für die Klimakrise zu schärfen.
Ziel 14 „Leben unter Wasser”
Die Schifffahrtsindustrie schädigt das Leben unter Wasser direkt durch Lärmbelästigung, invasive Arten aus Ballastwasser und Kraftstoffabfälle aus Abgasreinigern, die zur Versauerung des Meeres beitragen. Auch Kreuzfahrtschiffe schädigen das Leben unter Wasser durch Abfälle. Segelschiffe können ohne Motor oder mit kleineren Motoren auskommen, produzieren weniger Abfall und verwenden statischen Ballast, wodurch sie deutlich weniger Schäden unter Wasser verursachen.
Ziel 15 „Leben an Land”
Die Umweltvorteile und der geringe CO2-Fußabdruck der Segelindustrie haben offensichtliche Vorteile für die Verringerung der globalen Erwärmung in Bereichen wie Wüstenbildung, Überschwemmungen, Küstenerosion und die Zerstörung natürlicher Lebensräume.
Ziel 16 „Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen”
Dieses Ziel umfasst das Bestreben, integrativere Gesellschaften aufzubauen, und die Segelgemeinschaft, die ethisch und Werte-orientiert ist, ist in Bezug auf Alter, Geschlecht und ethnische Zugehörigkeit außergewöhnlich integrativ.
Ziel 17 „Partnerschaften für die Ziele”
Die Segel- und Reisegemeinschaft stützt sich auf intensive und weitreichende Partnerschaften von der globalen bis zur lokalen Ebene. Im Mittelpunkt dieser Partnerschaften steht der Wunsch, dem Planeten zu helfen und die Gemeinschaften im Einklang mit den Zielen der Vereinten Nationen zu stärken.